Im Herbst 1944 entstand nur wenige Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt eine freie Partisanenrepublik. 40 Tage lang hielt die Repubblica dell’Ossola der deutschen Wehrmacht und den italienischen Faschisten stand. Die Schweiz, nur einen Steinwurf entfernt, war nicht nur Zuschauerin, sondern stark involviert. Trotzdem ist diese historische Episode in der Deutschschweiz kaum bekannt. Das Buch «Kampfzone Ossola» schliesst diese Lücke.
Der Krieg vor der Landesgrenze
Neutralität tönt einfach, solange der Krieg weit weg ist. Im Tessin sah die Realität anders aus. Flüchtlinge kamen über die Grenze, verwundete Partisanen brauchten Hilfe, und viele Tessinerinnen und Tessiner wollten nicht wegschauen. Sie schmuggelten Medikamente und Waffen, versteckten Verfolgte, oder kämpften sogar in den Reihen der Widerstandsgruppen. Dafür riskierten sie viel, nicht zuletzte Bussen oder sogar Gefängnisstrafen.

«Kampfzone Ossola» zeichnet diese Verstrickungen zwischen italienischen Partisanen, deutschen Besatzer, faschistischen Milizen, und Schweizer Behörden, die zusehends unter Druck gerieten, nach. Das Buch zeigt auch, wie Menschen in schwierigen Situationen Entscheidungen fällten – manchmal richtige, manchmal falsche.
Warum das Buch jetzt erscheint
Frühjahr 2026 behandeln die eidgenössischen Räte ein heikles Thema: die Rehabilitierung von Schweizerinnen und Schweizern, die im Zweiten Weltkrieg in fremden Armeen gegen den Faschismus gekämpft haben. In der französischen Résistance, in der italienischen Resistenza – oder eben im Ossolagebiet, direkt an unserer Grenze.
Diese Leute galten lange als Landesverräter. Sie verloren das Bürgerrecht, wurden verurteilt. Ob das gerecht war, darüber wird nun politisch gestritten. Das Buch liefert die historischen Fakten dazu.
Die Autoren
- Raphael Rues ist Tessiner Historiker. Er forscht seit Jahren zur Geschichte des Tessins und zu den deutsch-faschistischen Beziehungen im Zweiten Weltkrieg.
- Andrej Abplanalp hat in Domodossola gelebt und zur Partisanenrepublik geforscht. Heute arbeitet der Historiker als Kommunikationschef beim Schweizerischen Nationalmuseum.
Pressespiegel und Medienberichte: Kampfzone Ossola / L’Ossola in Guerra
- 4.3.2026 – Tagblatt der Stadt Zürich: Grenzland des Widerstands
- 5.3.2026 – WOZ Die Wochenzeitung: Zu Recht das Recht gebrochen (Anna Jikhareva)
- 8.3.2026 – NZZ am Sonntag: Als italienische Partisanen der Schweiz halfen, die Sprengung des Simplontunnels durch die Nazis zu verhindern (Raphael Rues)
- 10.3.2026 – St. Galler Tagblatt: Auch Schweizer kämpften an der Seite der Partisanen in Norditalien gegen den Faschismus: Werden sie jetzt rehabilitiert? (Annika Bangerter)
- 11.3.2026 – LaRegione: È ora di riabilitare gli svizzeri condannati per la Resistenza (Cristina Pinho)
- 11.3.2026 – SRF Schweiz Aktuell – Raphael Rues mit Orlando Nosetti (Remi Bütler, Michele Trefogli, Marcel Niedermann)
- 11.3.2026 – RSI Prima Ora – Raphael Rues mit NR Simone Gianini (Michele Trefogli, Marcel Niedermann, CN Simone Gianini)
- 12.3.2026 – Bieler Tagblatt: Tessiner im italienischen Widerstand entkriminalisiert (Beat Kuhn)
- 12.3.2026 – Journal21.ch: Blutiges Endspiel an der Schweizer Grenze (Rolf App)
- 13.3.2026 – NZZ: Auf der richtigen Seite der Geschichte gekämpft (Matthias Venetz)
- 13.3.2026 – Freiburger Nachrichten: Als das Tessin gegen die Nazis kämpfte (Annika Bangerter)
- 14.3.2026 – SRF Online: Schweizer kämpften gegen Faschismus – und wurden dafür bestraft (Remi Bütler)
- 17.3.2026 – SeniorWeb: Demokratie-Experiment im Krieg gescheitert
- 20.3.2026 – Schweizer Illustrierte: Ein vergessenes Kapitel des Zweiten Weltkriegs
Was im Buch steht
Die Region Ossola, eingekeilt zwischen den Kantonen Wallis und Tessin, wurde zwischen 1943 und 1945 zu einer veritablen Kampfzone: Auf engstem Raum bekriegten sich Partisanen und deutsche Besatzungstruppen. Letztere wurden von italienischen Faschisten unterstützt. Die neutrale Schweiz wurde immer stärker in diesen Strudel hineingezogen. Das 190-seitige Buch zeichnet die rund 20 Monate dauernde Kampfzeit nach, entwirrt die komplexen Beziehungen zwischen den verschiedenen Parteien und taucht mit rund 60 Bildern und Karten tief in die Zeit des Zweiten Weltkriegs ein.



