Am 27. Mai 2026 präsentieren Andrej Abplanalp und Raphael Rues das Buch Kampfzone Ossola. Der Widerstand an der Schweizer Südgrenze 1943–1945 in der Aargauer Kantonsbibliothek in Aarau. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr und dauert bis 20:30 Uhr. Im Rahmen der Buchpräsentation werden ausgewählte Fotografien aus dem Ringier Bildarchiv gezeigt.

Das Buch untersucht die Ereignisse rund um Domodossola in den Jahren 1943 bis 1945, wo im Herbst 1944 kurzzeitig eine freie Partisanenrepublik bestand, die enge Verbindungen zur Schweiz unterhielt. Es rekonstruiert das Verhältnis zwischen italienischen Partisanen, deutschen und faschistischen Besatzern sowie den zunehmend involvierten Schweizer Behörden. In der Deutschschweiz ist dieses Kapitel des Zweiten Weltkriegs weitgehend unbekannt.
Das Buch steht in Bezug zu einer aktuellen parlamentarischen Debatte: Die eidgenössischen Räte befassen sich 2026 mit Schweizerinnen und Schweizern, die fremde Widerstandsbewegungen wie die französische Résistance oder die italienische Resistenza unterstützt oder in ihren Reihen gekämpft haben. Dazu gehört die Hilfe aus dem Tessin für die Partisanen im Ossolagebiet.

Andrej Abplanalp hat zur Partisanenrepublik Ossola geforscht und zeitweise in Domodossola gelebt. Er ist Kommunikationschef des Schweizerischen Nationalmuseums und hat mehrere Beiträge zur Geschichte der Ossolazone auf dem Blog des Nationalmuseums publiziert.
Raphael Rues ist Historiker und Buchautor. Er hat an der University of Leicester zum Thema der deutschen Besatzung Italiens nach September 1943 promoviert. Rues kennt die Grenzregion Ossola aus eigener Anschauung und organisiert Trekking-Touren auf historischen Schmuggelpfaden des Gebiets.
Kampfzone Ossola: Der Widerstand an der Schweizer Südgrenze 1943–1945
Das Buch «Kampfzone Ossola» beleuchtet die Rolle der Schweiz – insbesondere des Tessins und des Wallis – im Widerstandskampf an der Südgrenze während der letzten Kriegsjahre 1943–1945. Es zeigt, wie die Schweizer Neutralität in der Praxis weit mehr war als blosses Abseitsstehen: Durch die Aufnahme von Flüchtlingen und die Unterstützung der Partisanen im Ossolagebiet wurden Tausende Menschenleben gerettet. 80 Jahre danach schliesst das Werk eine Lücke in der Schweizer Geschichtsschreibung und liefert einen wichtigen Beitrag zur laufenden parlamentarischen Debatte um die Rehabilitierung jener Schweizerinnen und Schweizer, die den Widerstand in Norditalien unterstützten.
Datum 27. Mai 2026, 19:00–20:30 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr)
Ort Aargauer Kantonsbibliothek, Foyer, Obere Vorstadt 6, 5000 Aarau
Eintritt kostenlos, inkl. Apéro
Anmeldung per Webformular auf der Website der Kantonsbibliothek

