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Alpensozis.ch Online-Veranstaltung: «Armandos Erinnerungen» und «Kampfzone Ossola»

Date & Time:

December 8 @ 8:00 pm - 9:00 pm

Dienstag, 8. Dezember 2026, 20.00 Uhr, online

Im Oktober 1944 leistete der junge Grenadier Armando Ghisalberti Dienst an der Schweizer Südgrenze im Onsernonetal. Unmittelbar jenseits der Grenze, bei den Bagni di Craveggia, wurde gekämpft. Zivilisten und Partisanen suchten Schutz auf Schweizer Boden, und die Soldaten an der Grenze mussten entscheiden, wie sie mit den Flüchtenden umgehen. Ghisalberti, Jahrgang 1923, ist heute einer der letzten Zeitzeugen der Aktivdienstzeit 1939–1945.

Armando Ghisalberti (geb. 1923) absolvierte die Rekrutenschule in Thun und wurde 1944 als Grenadier an die Tessiner Grenze verlegt. Beim dramatischen Grenzzwischenfall vom 18./19. Oktober 1944 in Spruga und Bagni di Craveggia stand er im Einsatz. Später widmete der engagierte Sozialist sein gesamtes Berufsleben den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Quelle: Insubrica Historica
Armando Ghisalberti wohnhaft in Bellinzona (geb. 1923) absolvierte die Rekrutenschule in Thun und wurde 1944 als Grenadier an die Tessiner Grenze verlegt. Beim dramatischen Grenzzwischenfall vom 18./19. Oktober 1944 in Spruga und Bagni di Craveggia stand er im Einsatz. Später widmete der engagierte Sozialist sein gesamtes Berufsleben den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Quelle: Insubrica Historica

Der Dokumentarfilm «Armandos Erinnerungen – Bagni di Craveggia» hält seine Erinnerungen fest. Ghisalberti berichtet über seinen Militärdienst und über die Rettung zahlreicher Zivilisten und Partisanen an der Grenze. Die Regie führte Noël Koller, produziert wurde der Film von Martin Pfister. Die Deutschschweizer Premiere fand am 19. Juni 2026 im Gymnasium Appenzell statt. Nun zeigen die Alpensozis den Film in einer Online-Veranstaltung und ermöglichen damit auch jenen den Zugang, die nicht nach Appenzell reisen konnten.

Der 1923 geborene Armando Ghisalberti verband zeitlebens Pflichtbewusstsein und soziale Werte. Nach der Grenadierschule in Thun erlebte er 1944 die kriegerischen Ereignisse im Onsernonetal hautnah mit. Als treuer Überzeugungsozialist blieb er nicht nur seinen politischen Idealen treu, sondern verbrachte auch seine gesamte berufliche Laufbahn im Dienst der SBB. Quelle: Martin Pfister
Der 1923 geborene Armando Ghisalberti verband zeitlebens Pflichtbewusstsein und soziale Werte. Nach der Grenadierschule in Thun erlebte er 1944 die kriegerischen Ereignisse im Onsernonetal hautnah mit. Als treuer Überzeugungsozialist blieb er nicht nur seinen politischen Idealen treu, sondern verbrachte auch seine gesamte berufliche Laufbahn im Dienst der SBB. Quelle: Martin Pfister

Der Film steht in einem grösseren historischen Zusammenhang, den das Buch «Kampfzone Ossola – Der Widerstand an der Schweizer Südgrenze 1943–1945» von Raphael Rues und Andrej Abplanalp nachzeichnet. Die Region Ossola, eingekeilt zwischen den Kantonen Wallis und Tessin, wurde in diesen Jahren zu einer Kampfzone: Auf engstem Raum bekämpften sich Partisanen und deutsche Besatzungstruppen, unterstützt von italienischen Faschisten. Im Herbst 1944 hielt sich während 40 Tagen eine freie Partisanenrepublik, die Repubblica dell’Ossola, nur wenige Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt.

Guglielmo Canevascini (1886–1965), langjähriger Tessiner Staatsrat und führender Sozialdemokrat, spielte im Zweiten Weltkrieg eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung des italienischen Widerstands. Nach dem Fall der Partisanenrepublik Ossola im Herbst 1944 organisierte er die Rettung und Versorgung von zehntausenden zivilen Flüchtlingen und Kämpfern an der Schweizer Südgrenze. Er nutzte seinen politischen Einfluss konsequent für grenzüberschreitende Humanität und Asyl. Quelle: Wikipedia
Guglielmo Canevascini (1886–1965), langjähriger Tessiner Staatsrat und führender Sozialdemokrat, spielte im Zweiten Weltkrieg eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung des italienischen Widerstands. Nach dem Fall der Partisanenrepublik Ossola im Herbst 1944 organisierte er die Rettung und Versorgung von zehntausenden zivilen Flüchtlingen und Kämpfern an der Schweizer Südgrenze. Er nutzte seinen politischen Einfluss konsequent für grenzüberschreitende Humanität und Asyl. Quelle: Wikipedia

Die neutrale Schweiz wurde immer stärker in diesen Konflikt hineingezogen. Flüchtlinge kamen über die Grenze, verwundete Partisanen brauchten Hilfe, und viele Tessinerinnen und Tessiner wollten nicht wegschauen. Sie schmuggelten Medikamente und Waffen, versteckten Verfolgte oder kämpften selbst in den Reihen des Widerstands. Dafür riskierten sie Bussen und Gefängnisstrafen. Wer in fremden Diensten gegen den Faschismus gekämpft hatte, galt lange als Landesverräter. 2026 befassten sich die eidgenössischen Räte mit der Rehabilitierung dieser Schweizerinnen und Schweizer, eine späte Anerkennung, die der Geschichte an der Südgrenze neue Aktualität verleiht. Das im März 2026 im Verlag Hier und Jetzt erschienene Buch umfasst rund 190 Seiten mit etwa 60 Abbildungen und Karten und hat in der Deutschschweizer Presse ein breites Echo gefunden.

Inhalt und Ablauf des Abends orientieren sich an der Premiere in Appenzell. Nach der Vorführung des Films ordnet Raphael Rues die Erinnerungen von Armando Ghisalberti in die Ereignisse an der Schweizer Südgrenze ein und stellt das Buch «Kampfzone Ossola» vor. Anschliessend besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu diskutieren.

Das Sachbuch Kampfzone Ossola (Verlag Hier & Jetzt Zürich, 5. Auflage - März 2026) von Andrej Abplanalp und Raphael Rues beleuchtet den antifaschistischen Widerstand an der Schweizer Südgrenze zwischen 1943 und 1945. Basierend auf akribischen Archivrecherchen dokumentiert das Werk troop dynamics, Fluchtwege, Grenzereignisse sowie die dramatische Geschichte der Partisanenrepublik Ossola im Spannungsfeld zwischen der Schweiz und Norditalien.
Das Sachbuch Kampfzone Ossola (Verlag Hier & Jetzt Zürich, 5. Auflage – März 2026) von Andrej Abplanalp und Raphael Rues beleuchtet den antifaschistischen Widerstand an der Schweizer Südgrenze zwischen 1943 und 1945. Basierend auf akribischen Archivrecherchen dokumentiert das Werk troop dynamics, Fluchtwege, Grenzereignisse sowie die dramatische Geschichte der Partisanenrepublik Ossola im Spannungsfeld zwischen der Schweiz und Norditalien.

Der Link zur Teilnahme wird rechtzeitig vor der Veranstaltung bekanntgegeben. Weitere Informationen zum Buch, zu den Autoren und zu den Medienberichten finden sich auf www.kampfzoneossola.ch.

Organisation: Martin Pfister, Alpensozis.ch. Für Fragen steht er gerne zur Verfügung.