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Ossola 1944 – 40 Tage Freiheit: Alumni-Reise nach Domodossola

Date & Time:

April 23 @ 11:00 am - April 24 @ 12:00 am

Ossola 1944 – 40 Tage Freiheit: Alumni-Reise nach Domodossola

Am 23. und 24. April 2027 führt der Alumni-Ausflug des MAS in Applied History der Universität Zürich nach Domodossola und ins Ossolatal. Dort bestand im Herbst 1944 während rund 40 Tagen die Partisanenrepublik Ossola, nur wenige Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. Koordiniert wird die Reise von Raphael Rues und Andrej Abplanalp, den Autoren von «Kampfzone Ossola. Der Widerstand an der Schweizer Südgrenze 1943–1945»; begleitet wird sie von Walter Denz.

Italienische Partisanen, vermutlich aus einer kommunistischen Garibaldi-Partisaneneinheit, beim Collegio Rosmini im September 1944 während der Partisanenrepublik Ossola.
Italienische Partisanen, vermutlich aus einer kommunistischen Garibaldi-Partisaneneinheit, beim Collegio Rosmini im September 1944 während der Partisanenrepublik Ossola.

Programm in Domodossola und Villadossola

Am Freitagvormittag besucht die Gruppe die Sala Storica della Resistenza in Domodossola, am Nachmittag das Arbeiterstädtchen Villadossola und dort das Museum der Resistenza. Beim Abendessen treffen die Teilnehmenden Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die sogenannten «Bambini del pane bianco», die «Kinder des Weissbrots». Sie wurden Anfang Oktober 1944 als unterernährte Kleinkinder in die Schweiz in Sicherheit gebracht. Am Samstag folgt ein Rundgang durch Domodossola zu den Schauplätzen der Ereignisse.

Die Partisanenrepublik Ossola und die Schweiz

Die Region Ossola, eingekeilt zwischen den Kantonen Wallis und Tessin, wurde zwischen 1943 und 1945 zur Kampfzone. Partisanen und deutsche Besatzungstruppen, unterstützt von italienischen Faschisten, bekämpften sich auf engstem Raum. Im Herbst 1944 hielt die Repubblica dell’Ossola während 40 Tagen der Wehrmacht und den Faschisten stand. Die neutrale Schweiz war nicht nur Zuschauerin: Flüchtlinge kamen über die Grenze, verwundete Partisanen brauchten Hilfe, und Tessinerinnen und Tessiner schmuggelten Medikamente und Waffen oder versteckten Verfolgte. Die Aufnahme der Kinder im Oktober 1944 zeigt, wie eng das Schicksal der Ossola mit der Schweiz verbunden war.

Das Buch "Kampfzone Ossola: der Widerstand an der Schweizer Südgrenze 1943-1945" von Andrej Abplanalp und Raphael Rues beleuchtet den antifaschistischen Widerstand an der Schweizer Südgrenze zwischen 1943 und 1945. Basierend auf akribischen Archivrecherchen dokumentiert das Werk troop dynamics, Fluchtwege, Grenzereignisse sowie die dramatische Geschichte der Partisanenrepublik Ossola im Spannungsfeld zwischen der Schweiz und Norditalien. Cover: Marco Heer Thun
Das Buch “Kampfzone Ossola: der Widerstand an der Schweizer Südgrenze 1943-1945” von Andrej Abplanalp und Raphael Rues beleuchtet den antifaschistischen Widerstand an der Schweizer Südgrenze zwischen 1943 und 1945. Basierend auf akribischen Archivrecherchen dokumentiert das Werk troop dynamics, Fluchtwege, Grenzereignisse sowie die dramatische Geschichte der Partisanenrepublik Ossola im Spannungsfeld zwischen der Schweiz und Norditalien. Cover: Marco Heer Thun

Raphael Rues und Andrej Abplanalp als Reiseleiter

Raphael Rues ist Tessiner Historiker und Spezialist für die Geschichte des Tessins und der deutsch-faschistischen Beziehungen im Zweiten Weltkrieg. Andrej Abplanalp hat zur Partisanenrepublik Ossola geforscht, in Domodossola gelebt und ist heute Kommunikationschef des Schweizerischen Nationalmuseums. Vor Ort ordnen beide die Schauplätze ein und geben Einblick in ihre Forschungen zur Resistenza, zur Republik Ossola und zu deren Verbindungen mit der Schweiz.

Weitere Informationen zur Reise finden sich auf der Seite des MAS in Applied History, zum Buch auf www.kampfzoneossola.ch.